Risikofaktoren für Bluthochdruck
Bluthochdruck (Hypertonie) entwickelt sich meist über Jahre und bleibt lange unbemerkt. Häufig spielt eine familiäre Veranlagung eine Rolle, auch Vorerkrankungen wie Diabetes oder Nierenerkrankungen können den Blutdruck erhöhen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Risikofaktoren, die Sie selbst beeinflussen können – und genau hier liegt Ihre größte Chance, aktiv vorzubeugen.
Ab wann spricht man von Bluthochdruck?
Als optimal gelten Werte unter 120/80 mmHg, als normal 120–129/80–84 mmHg. Werte von 130–139/85–89 mmHg werden als hoch-normal eingestuft. Von Bluthochdruck spricht man ab 140/90 mmHg; Werte von 140–159/90–99 mmHg entsprechen dabei Hypertonie Grad 1, höhere Werte den Graden 2 und 3. Bei der Selbstmessung zu Hause gelten bereits Durchschnittswerte ab 135/85 mmHg als erhöht. Dabei bestimmt immer der höher eingestufte Wert die Kategorie – also zum Beispiel auch dann, wenn nur der untere (diastolische) Wert erhöht ist.
Nicht beeinflussbare Risikofaktoren
Einige Faktoren lassen sich nicht verändern: das Lebensalter, die erbliche Veranlagung sowie bestimmte Vorerkrankungen wie Diabetes oder Nierenerkrankungen. Wer hiervon betroffen ist, sollte den eigenen Blutdruck besonders regelmäßig kontrollieren – so lassen sich Veränderungen früh erkennen.
Beeinflussbare Risikofaktoren im Überblick
Die folgenden Risikofaktoren begünstigen Bluthochdruck, liegen aber zumindest teilweise in Ihrer Hand:
| Risikofaktor | Grund |
|---|---|
| Übergewicht | Dauerhaftes Übergewicht verändert die Kreislaufregulation und belastet Herz und Gefäße. Schon eine moderate Gewichtsabnahme kann den Blutdruck messbar senken. |
| Bewegungsmangel | Fehlt regelmäßige Bewegung, wird der Stoffwechsel nicht ausreichend angeregt und die Gefäße verlieren an Elastizität. Ausdauerbewegung wie Gehen, Radfahren oder Schwimmen wirkt dem entgegen. |
| Stress | Bei Stress schüttet der Körper Hormone wie Adrenalin und Cortisol aus. Sie verengen die Blutgefäße und beschleunigen den Herzschlag. Hält der Stress dauerhaft an, kann sich der Blutdruck auf erhöhtem Niveau einpendeln. Mehr dazu lesen Sie im Artikel Blutdruck und Stress. |
| Medikamente und Anti-Baby-Pille | Medikamente, die auf den Hormonhaushalt wirken, können den Blutdruck beeinflussen – ein bekanntes Beispiel ist die Anti-Baby-Pille. Auch bestimmte Schmerzmittel (etwa Ibuprofen oder Diclofenac) und Kortisonpräparate können den Blutdruck erhöhen. Sprechen Sie im Zweifel mit Ihrem Arzt oder Apotheker. |
| Hohe Aufnahme von Salz | Kochsalzreiche Lebensmittel erhöhen den Natriumgehalt im Körper. Der Organismus bindet dadurch mehr Wasser – das größere Flüssigkeitsvolumen erhöht den Druck in den Gefäßen. |
| Rauchen | Nikotin verengt die Gefäße unmittelbar und schädigt auf Dauer die Gefäßwände. Das erhöht den Blutdruck und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusätzlich. |
| Alkohol | Regelmäßiger Alkoholkonsum treibt den Blutdruck nach oben und erschwert zudem die Gewichtskontrolle. |
Was Sie selbst tun können
Die gute Nachricht: Wer an den beeinflussbaren Faktoren ansetzt, kann viel erreichen. Regelmäßige Bewegung, weniger Salz, maßvoller Alkoholkonsum, Rauchverzicht und gezielter Stressabbau senken das Risiko deutlich. Besonders wirksam ist eine Gewichtsreduktion bei Übergewicht – wie sehr sich das auf die Werte auswirkt, erfahren Sie im Artikel Abnehmen und Blutdruck senken. Ebenso wichtig: Messen Sie Ihren Blutdruck regelmäßig, um Veränderungen früh zu bemerken.
Wann sollten Sie ärztlichen Rat einholen?
Messen Sie wiederholt Werte ab 140/90 mmHg (bei der Heimmessung ab 135/85 mmHg), sollten Sie das ärztlich abklären lassen – auch dann, wenn Sie sich wohlfühlen. Ein Notfall liegt vor, wenn Werte von 180/110 mmHg oder höher gemeinsam mit Symptomen wie Brustschmerzen, Atemnot, Sehstörungen oder Lähmungserscheinungen auftreten: Rufen Sie in diesem Fall sofort den Notruf 112. Treten solche hohen Werte ohne Beschwerden auf, kommen Sie zur Ruhe, messen nach einigen Minuten erneut und lassen die Werte noch am selben Tag ärztlich kontrollieren.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keinen ärztlichen Rat. Bitte besprechen Sie Diagnose und Behandlung von Bluthochdruck immer mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Quellen
- Hypertension — Fact Sheet — Weltgesundheitsorganisation (WHO)
- 2023 ESH Guidelines for the management of arterial hypertension — European Society of Hypertension, Journal of Hypertension 2023
- Informationen zu Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen — Deutsche Herzstiftung e. V.
Zuletzt geprüft: August 2026. Dieser Beitrag informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche Beratung — bei Fragen zu Ihren Werten wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.