Wann misst man den Blutdruck am besten?

Der Blutdruck ist keine feste Größe: Er schwankt im Tagesverlauf, je nach Aktivität, Stimmung und sogar je nach Wetter. Damit Ihre Messwerte aussagekräftig und vergleichbar sind, kommt es deshalb nicht nur auf das richtige Messen an, sondern auch auf den richtigen Zeitpunkt. Hier erfahren Sie, wie oft und zu welcher Tageszeit Sie am besten messen – und wann Sie mit Ihren Werten ärztlichen Rat einholen sollten.

Wie oft sollten Sie den Blutdruck messen?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht – entscheidend ist Ihre persönliche Situation:

Vor einem Arzttermin hat sich zudem ein 7-Tage-Protokoll bewährt: Messen Sie eine Woche lang morgens und abends jeweils zweimal im Abstand von etwa einer Minute und notieren Sie alle Werte in Ihrer Blutdrucktabelle. Aus diesem Durchschnitt lässt sich Ihr Blutdruck deutlich verlässlicher beurteilen als aus einer Einzelmessung.

Die beste Tageszeit: Warum der Morgen so wichtig ist

Nach dem Aufwachen steigt der Blutdruck naturgemäß an – der Körper stellt sich auf den Tag ein. Deshalb ist die Messung am Morgen besonders aussagekräftig, vor allem in der Diagnosephase und zu Beginn einer Therapie. Messen Sie möglichst direkt nach dem Aufstehen, vor dem Frühstück und vor der Einnahme Ihrer Blutdruckmedikamente – nur so zeigt sich, ob die Wirkung über Nacht anhält.

Der morgendliche Anstieg ist auch der Grund, warum sich Schlaganfälle und Herzinfarkte statistisch gehäuft in den Morgenstunden ereignen. Sind Ihre Werte gerade morgens auffällig hoch, lesen Sie dazu unseren Artikel über morgendlichen Bluthochdruck – und sprechen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt darauf an.

Weitere Messzeitpunkte über den Tag

Wenn Sie dreimal täglich messen, eignen sich neben dem Morgen vor allem:

Variieren Sie die Messzeiten hin und wieder bewusst: Messen Sie zum Beispiel eine Woche lang direkt nach dem Aufstehen und in der folgenden Woche erst eine halbe Stunde später. So erkennen Sie ausgeprägte Schwankungen besser. Fallen Ihnen dabei stark wechselnde Werte auf, erklärt unser Beitrag zu schwankendem Blutdruck, was dahinterstecken kann. Beim Arztbesuch wird der Blutdruck ohnehin routinemäßig gemessen – Ihre Heimwerte sind dazu eine wertvolle Ergänzung.

So messen Sie richtig

Damit die Werte vergleichbar sind, sollten die Messbedingungen möglichst gleich bleiben:

Welche Werte sind normal – und wann sollten Sie zum Arzt?

Für die Selbstmessung zu Hause gilt: Werte ab 135/85 mmHg im Durchschnitt gelten als erhöht (in der Arztpraxis liegt die Grenze bei 140/90 mmHg). Optimal sind Werte unter 120/80 mmHg, normal bis 129/84 mmHg. Messen Sie wiederholt erhöhte Werte, sollten Sie diese ärztlich abklären lassen – auch dann, wenn Sie sich wohlfühlen.

Wichtig: Messen Sie Werte ab 180/110 mmHg und haben zugleich Beschwerden wie Brustschmerzen, Atemnot, Sehstörungen oder Lähmungserscheinungen, zögern Sie nicht und wählen Sie den Notruf 112. Treten keine Beschwerden auf, bewahren Sie Ruhe, messen Sie nach einigen Minuten erneut und holen Sie noch am selben Tag ärztlichen Rat ein.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Besprechen Sie Ihre Messwerte und Ihren persönlichen Messrhythmus mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Quellen

Zuletzt geprüft: August 2026. Dieser Beitrag informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche Beratung — bei Fragen zu Ihren Werten wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.