Der optimale Blutdruck: unter 120 zu 80
Von einem optimalen Blutdruck sprechen die europäischen Fachgesellschaften, wenn der obere (systolische) Wert unter 120 mmHg liegt und der untere (diastolische) unter 80 mmHg — beides zugleich. Es ist die günstigste aller Kategorien: In großen Beobachtungsstudien haben Menschen mit diesen Werten das niedrigste Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Wer hier misst, braucht nichts zu behandeln, nichts umzustellen und sich vor allem: keine Sorgen zu machen.
Beide Werte zählen — so ist „optimal“ genau definiert
Die Einordnung folgt immer dem höher eingestuften der beiden Werte. Optimal ist eine Messung also nur, wenn oberer und unterer Wert im günstigen Bereich liegen. Ein Beispiel: 118 zu 85 ist trotz des schönen oberen Werts nicht optimal — der untere Wert von 85 zieht die Messung in die Kategorie „hoch-normal“. Umgekehrt gilt 112 zu 68 als optimal, obwohl beide Werte unterschiedlich weit von ihren Grenzen entfernt sind.
Nach unten ist der Bereich ebenfalls begrenzt: Liegen beide Werte sehr niedrig — der obere unter 105 und der untere unter 60 mmHg —, ordnet unsere Skala die Messung als zu niedrig (hypoton) ein. Ein einzelner niedriger Wert stört dagegen nicht: 102 zu 68 bleibt optimal, weil der untere Wert die Messung trägt.
Warum sich dieser Bereich lohnt
Der Blutdruck beschreibt, mit welcher Kraft das Blut gegen die Gefäßwände drückt. Je niedriger dieser Druck dauerhaft ist — solange der Kreislauf stabil arbeitet —, desto weniger werden Gefäßwände, Herz, Nieren, Augen und Gehirn belastet. Der Zusammenhang ist dabei kein Schalter, sondern eine Gerade: Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt kontinuierlich mit dem Druck, es gibt keinen scharfen Punkt, ab dem es „gefährlich wird“. Genau deshalb ist „optimal“ nicht einfach die Abwesenheit von Bluthochdruck, sondern eine eigene, ausdrücklich benannte Bestform.

Optimal gemessen — und jetzt?
Ein einzelner optimaler Wert ist erfreulich, aber noch keine Aussage über Ihren Blutdruck: Der schwankt im Tagesverlauf um 10 bis 20 mmHg, mit Belastung, Kaffee, Stress und Tageszeit. Aussagekräftig wird das Bild erst über mehrere Messungen an verschiedenen Tagen, jeweils zur gleichen Uhrzeit und in Ruhe. Wenn diese Messungen ebenfalls im optimalen Bereich liegen, genügt es völlig, den Blutdruck etwa einmal im Jahr zu kontrollieren — etwa beim Hausarztbesuch oder in der Apotheke.
Behalten sollten Sie den Wert trotzdem: Der Blutdruck steigt bei den meisten Menschen mit den Jahren, weil die Gefäße an Elastizität verlieren. Wer seine optimalen Werte von heute kennt und gelegentlich nachmisst, bemerkt diese Entwicklung früh — Jahre bevor daraus eine Diagnose wird. Unser Blutdruck-Journal speichert Ihre Messungen dafür direkt im Browser, ohne Anmeldung und ohne dass die Werte unser Haus verlassen.
So bleibt der Blutdruck optimal
Die Faktoren, die einen optimalen Blutdruck erhalten, sind dieselben, die einen erhöhten senken — nur dass sie hier vorbeugend wirken:
- Bewegung: Regelmäßige Ausdaueraktivität — zügiges Gehen, Radfahren, Schwimmen — hält die Gefäße elastisch. Mehr dazu im Beitrag Einfluss von Sport auf den Blutdruck.
- Salz in Maßen: Ein hoher Salzkonsum treibt bei vielen Menschen den Druck — wie stark, lesen Sie hier.
- Gewicht und Alkohol: Beides wirkt direkt auf den Druck; schon wenige Kilo weniger machen sich messbar bemerkbar.
- Nicht rauchen: Rauchen beschleunigt die Gefäßalterung — der wichtigste vermeidbare Faktor neben dem Blutdruck selbst.
Typische Werte im optimalen Bereich
Jede dieser Seiten ordnet die konkrete Messung im Detail ein — mit Pulsdruck, Grenzabständen und dem, was der Wert im Alltag bedeutet:
Der letzte Wert zeigt die Grenze: 119 zu 79 ist noch optimal — ein einziger mmHg mehr auf beiden Seiten, und 120 zu 80 gehört bereits zur Kategorie normal. An der Bedeutung ändert dieser eine Schritt praktisch nichts — er zeigt nur, wie fein die Skala unterteilt ist.
Wann auch optimale Werte ärztlich gehören
Selten ist ein sehr günstiger Wert nicht Bestform, sondern Begleiterscheinung: Wer trotz „optimaler“ Zahlen regelmäßig unter Schwindel beim Aufstehen, Kaltegefühl oder Konzentrationsschwäche leidet, sollte das ärztlich einordnen lassen — die Beschwerden zählen, nicht die Zahl. Und wer blutdrucksenkende Medikamente nimmt und plötzlich deutlich niedriger misst als gewohnt, bespricht das mit der Praxis, statt die Dosis selbst zu ändern.
Quellen
- 2023 ESH Guidelines for the management of arterial hypertension — European Society of Hypertension, Journal of Hypertension 2023
- 2024 ESC Guidelines for the management of elevated blood pressure and hypertension — European Society of Cardiology, European Heart Journal 2024
- Patienteninformationen der Deutschen Hochdruckliga — Deutsche Hochdruckliga e. V. DHL
Zuletzt geprüft: August 2026. Dieser Beitrag informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche Beratung — bei Fragen zu Ihren Werten wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.