Hypertonie Grad 2: 160–179 zu 100–109

Hypertonie Grad 2 bezeichnet eine mittelschwere Bluthochdruck-Erkrankung: Der obere (systolische) Wert liegt zwischen 160 und 179 mmHg oder der untere (diastolische) zwischen 100 und 109. Der Unterschied zu Grad 1 ist mehr als eine Zahl: Ab dieser Stufe empfehlen die Leitlinien, zeitnah ärztlich zu behandeln — in aller Regel mit Medikamenten von Anfang an, nicht erst nach einer mehrmonatigen Lebensstilphase. Ein Notfall ist Grad 2 ohne Beschwerden nicht; ein Fall für „das beobachte ich erst mal ein Jahr“ allerdings auch nicht.

SystoleGrad 2105120130140160180160–179 mmHgDiastoleGrad 260808590100110100–109 mmHg
Hypertonie Grad 2 auf der Skala: systolisch 160–179, diastolisch 100–109 mmHg.

Einordnung: Was der Bereich bedeutet

Auch hier entscheidet der höher eingestufte Wert. 165 zu 85 ist Grad 2 allein wegen des oberen Werts — eine isolierte systolische Hypertonie, typisch bei älteren Menschen, oft mit auffällig großem Abstand zwischen beiden Werten (hoher Pulsdruck). 145 zu 105 erreicht Grad 2 über den unteren Wert. Und 170 zu 105 steht für den Kernfall, bei dem beide Werte in derselben Stufe liegen. Die jeweilige Wertseite rechnet die Konstellation im Detail aus.

Bei Werten in diesem Bereich steigt die Belastung für Herz und Gefäße deutlich: Das Risiko für Schlaganfall, Herzinfarkt, Herzschwäche und Nierenschäden wächst mit jedem mmHg — und Grad 2 bedeutet, dass der Druck das günstige Niveau bereits um 40 bis 60 mmHg übersteigt. Zugleich gilt: Bluthochdruck ist die am besten behandelbare aller großen Herz-Kreislauf-Gefahren. Auch bei Grad 2 erreichen die meisten Menschen mit konsequenter Behandlung wieder Zielwerte unter 140 zu 90.

keine messbare Kombination4050607080901001101206080100120140160180200diastolisch (unterer Wert) in mmHgsystolisch in mmHgGrad 2niedrigoptimalnormalhoch-normalGrad 1Grad 2Grad 3
Das Grad-2-Feld in der Klassifikationsebene — der Rahmen zwischen Grad 1 und Grad 3.

Der Weg in die Behandlung

So läuft es typischerweise ab, wenn Sie wiederholt Werte in diesem Bereich messen:

Bei Grad 2 gehört der Behandlungsplan in ärztliche Hand: meist zwei Wirkstoffe in einer Tablette, dazu die Lebensstilmaßnahmen als Fundament.

Was Sie selbst beitragen — zusätzlich, nicht statt

Die Lebensstilhebel wirken bei Grad 2 genauso wie bei milderen Stufen — sie ersetzen die Medikamente hier nicht, entscheiden aber mit, wie viel Wirkstoff nötig ist: Ernährung nach dem DASH-Prinzip, weniger Salz, regelmäßige Bewegung (bei Grad 2 bitte erst nach ärztlichem Startsignal wieder intensiv), Gewichtsabnahme und maßvoller Alkoholkonsum. Ganz wichtig: Verordnete Medikamente nie eigenmächtig absetzen, auch wenn die Heimwerte gut aussehen — gute Werte sind die Wirkung der Behandlung, nicht der Beweis ihrer Überflüssigkeit.

Typische Werte bei Hypertonie Grad 2

179 zu 109 markiert die obere Kante: Ein mmHg mehr, und die Messung fällt unter Grad 3 — mit eigenen, dringlicheren Regeln.

Wann aus Grad 2 ein Notfall wird

Grad 2 selbst ist keiner. Aufmerksam werden sollten Sie, wenn zu hohen Werten Beschwerden kommen: Brustschmerz oder Engegefühl, Atemnot, Sehstörungen, Lähmungs- oder Taubheitsgefühle, Sprachstörungen oder ungewohnt starke Kopfschmerzen. Dann gilt — unabhängig von der genauen Zahl —: Notruf 112. Steigen die Werte ohne Beschwerden über 180 zu 110, messen Sie nach einigen Minuten Ruhe erneut und nehmen noch am selben Tag ärztlichen Kontakt auf; was dann zählt, beschreibt die Seite zu Grad 3.

Quellen

Zuletzt geprüft: August 2026. Dieser Beitrag informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche Beratung — bei Fragen zu Ihren Werten wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.